In Wien besitzen 41% der Haushalte kein Auto

Wien hat den höchsten Anteil autofreier Haushalte, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zum Autofreien Tag am Sonntag zeigt. Rund 350.000 Wiener Haushalte, das sind 41 Prozent, sind ohne eigenes Auto mobil.

Gleichzeitig haben bereits rund 550.000 Personen eine Öffi-Jahreskarte. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Wienerinnen und Wiener im Österreich-Vergleich am umweltfreundlichsten und kostengünstigsten mobil sind. Der VCÖ fordert den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in den Außenbezirken und mehr Radschnellwege. 
 
Am Sonntag findet der Autofreie Tag statt. „Viele Wienerinnen und Wiener sind auch das ganze Jahr über autofrei mobil. In Wien werden 73 Prozent der Alltagswege mit Öffis, zu Fuß und mit dem Rad zurückgelegt und nur 27 Prozent mit dem Auto. Damit ist Wien Österreichs Spitzenreiter bei der autofreien Mobilität", stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. In Wien werden mittlerweile mehr Alltagswege zu Fuß gegangen als mit dem Auto gefahren. Die Hälfte der Wiener Bevölkerung über 15 Jahre lenkt nie oder nur ein paar Mal im Jahr ein Auto.
 
Der VCÖ weist darauf hin, dass Wien auch den höchsten Anteil autofreier Haushalte hat. Rund 350.000 der 862.000 Wiener Haushalte haben kein eigenes Auto, das ist ein Anteil von 41 Prozent. Außerhalb Wiens sind durchschnittlich 17 Prozent der Haushalte autofrei. Die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass die Bedeutung des Autos für die Wienerinnen und Wiener stark sinkt: Die Anzahl der Autos pro 1.000 Einwohner ist von 412 im Jahr 2000 auf 392 im Vorjahr zurückgegangen. Der Anteil der mit dem Auto gefahrenen Alltagswege ist um mehr als ein Viertel von 37 auf 27 Prozent gesunken.

„Die Wienerinnen und Wiener nicht nur am umweltfreundlichsten mobil sind, sondern im Bundesländer-Vergleich auch am kostengünstigsten", macht VCÖ-Experte Gansterer aufmerksam. Mit rund 4.100 Euro pro Jahr kostet den Wiener Haushalten ihre Mobilität im Schnitt um rund 1.300 Euro weniger als den durchschnittlichen Haushalten in den anderen Bundesländern.

Die Verkehrsplanung hat sich stärker dem geänderten Mobilitätsverhalten der Wienerinnen und Wiener anzupassen. Trotz des geringen Anteils an der Mobilität beansprucht der Kfz-Verkehr den mit Abstand meisten Platz für sich. Mit Carsharing kann der Platzverbrauch des Verkehrs verringert werden. Ein Carsharing-Auto kann acht bis 15 private Autos ersetzen. "Beim Carsharing hat man nicht nur ein Auto zur Verfügung, sondern einen ganzen Fuhrpark. Je nach Bedarf kann zwischen Kleinwagen, Kombi oder Van ausgewählt werden. Carsharing wird dann angenommen, wenn es viele Standorte gibt", so VCÖ-Experte Gansterer.

Der VCÖ fordert zudem ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz mit häufigeren Intervallen in Wiens Außenbezirken sowie mehr Radschnellwegen von den Außenbezirken in die City.