Prof. Garabed Antranikian

Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung nach Angaben der Vereinten Nationen von sieben auf neun Milliarden Menschen ansteigen. Die Hälfte der Menschen auf diesem Globus leben bereits heute in urbanen Ballungsräumen. Bis zum Jahr 2030 werden es bereits 60 Prozent sein. Diese Städte nehmen derzeit zwar nur 2 Prozent der Erdoberfläche ein, sind jedoch für 60-80 Prozent der Energieverbräuche und 75 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich.

Das macht zwei Dinge deutlich:

1. Mit der zunehmenden Verdichtung wachsen die Anforderungen an die Städte von morgen.

2. „Intelligent Cities" tragen durch technologische Innovationen und Effizienzmaßnahmen maßgeblich zur Einsparung von Ressourcen und Energie und damit zum Schutz des Klimas bei.

Was macht also eine „Intelligent City" aus? Es sind intelligente Technologien wie auf Effizienz ausgerichtete Energieversorgungssysteme (Stichworte smart grids, smart homes) oder autarke Wasser- und Abwasserströme. Kluges Upcycling von Wertstoffen und Wiederverwertungskonzepte im Bereich der Abfälle sowie innovative Mobilitäts- und Logistiklösungen für Menschen- und Warenströme, die mit der steigenden Bevölkerungszahl mitwachsen sind in einer „Intelligent City" genauso präsent wie selbstorganisierende mobile Informations- und Kommunikationsnetze, die die Akteure sinnvoll miteinander verbinden. Der zentrale Motor der „Intelligent City" ist das Prinzip der Nachhaltigkeit. Das urbane System erhält sich selbst; ist nicht auf Zerstörung angelegt. Grüne Lungen und neue Formen der Selbstversorgung sind tragende Säulen für die Gesunderhaltung und urbane Lebensqualität.

Die Kompetenzfelder der Technischen Universität Hamburg tragen schon heute wesentlich dazu bei, um „Intelligent Cities" zu realisieren:

Für eine „Intelligent City" braucht es viele kluge Köpfe. Neben den Innovationsimpulsen aus der Wissenschaft und Lehre gehören dazu Menschen in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, die den Mut und Spaß daran haben, Dinge anders zu denken und Neues auszuprobieren. „Intelligent Cities" werden heute gedacht, geplant und modellhaft ausprobiert, damit sie morgen funktionieren.